In der vergangenen Woche machten sich die „Sternenstunden“-Kinder der 4. Klasse der Astrid-Lindgren-Grundschule Heidenau auf den Weg nach Pirna. Ziel war ein besonderer Lernort: das Landratsamt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im historischen Schloss Sonnenstein.
Ein Blick hinter die Kulissen der Kreisverwaltung
Schon der Ort beeindruckte die Schülerinnen und Schüler. Hoch über der Elbe gelegen, ist das Schloss Sonnenstein heute Sitz der Kreisverwaltung – hier werden wichtige Entscheidungen für die rund 245.000 Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises getroffen. Dazu gehören Städte wie Pirna, Heidenau, Freital, Dippoldiswalde, Sebnitz oder Neustadt in Sachsen sowie zahlreiche Gemeinden im Osterzgebirge und in der Sächsischen Schweiz.
Landrat Michael Geisler nahm sich persönlich Zeit für die Kinder. Er erklärte anschaulich, welche Aufgaben ein Landkreis überhaupt hat: zum Beispiel die Organisation des öffentlichen Nahverkehrs, den Bau und die Sanierung von Kreisstraßen, die Verantwortung für Gymnasien und Förderschulen, den Katastrophenschutz, das Jugendamt oder das Gesundheitsamt. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass viele Entscheidungen im Kreistag getroffen werden – also von gewählten Vertreterinnen und Vertretern aus dem gesamten Landkreis.
Geduldig beantwortete Herr Geisler die zahlreichen Fragen:
Wie wird man Landrat?
Was passiert bei einem Hochwasser an der Elbe?
Und wie viele Menschen arbeiten eigentlich im Landratsamt?
Ein Besuch im Katastrophenschutzraum
Besonders eindrucksvoll war der Gang in den sogenannten Katastrophenschutzraum. Dort wird im Ernstfall – etwa bei Hochwasser, starken Stürmen oder Waldbränden in der Sächsischen Schweiz – die Einsatzleitung koordiniert. An großen Bildschirmen und Lageplänen konnten die Kinder nachvollziehen, wie Informationen zusammenlaufen und Entscheidungen schnell getroffen werden müssen. Gerade in einem Landkreis, der in der Vergangenheit mehrfach von Elbhochwassern betroffen war, spielt dieser Bereich eine zentrale Rolle.
Geschichte(n) rund um Schloss Sonnenstein
Neben der Gegenwart durfte auch die Geschichte des Ortes nicht fehlen. Herr Geisler erzählte anschaulich von der bewegten Vergangenheit des Schlosses. Eine besonders spannende Anekdote blieb den Kindern im Gedächtnis: Während der napoleonischen Zeit sollen zeitweise bis zu 600 Pferde im Schloss untergebracht gewesen sein. Kaum vorstellbar, dass dort, wo heute Büros und Besprechungsräume sind, einst Stallungen eingerichtet wurden.
So wurde der Ausflug nicht nur zu einer Begegnung mit Politik und Verwaltung, sondern auch zu einer kleinen Zeitreise durch die Geschichte des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Am Ende stand fest: Verwaltung ist weit mehr als Akten und Formulare – sie gestaltet das Leben vor Ort ganz konkret mit. Und vielleicht hat der Besuch ja bei dem einen oder der anderen schon das Interesse an Politik und Mitgestaltung geweckt.
Dank an das Landratsamt
Wir möchten uns ganz besonders bei Herrn Landrat Geisler und seinem Team für die geduldige Begleitung der jungen Besucherinnen und Besucher bedanken. Spannende außerschulische Lernorte aufzusuchen, ist eine gewinnbringende Ergänzung zu den regulären Lehrinhalten und eine schöne Abwechslung im Schulalltag.


